Ortsteil Finkenau

 

 

urkundliche Nennung

Schreibweise

Erklärung

Finkenau

 

 

 

 

1451

Vinkenmühle

häufig Flurname

 

 

 

Personenname: Vogel = Waldbewohner

 

 

 

 

 

 

Der Ursprung des Namens Finkenau ist umstritten. Die eine Sichtweise leitet den Namen von den Vogelnamen ab, die andere Ansicht von einem Personennamen. Der ursprüngliche Name Finkenmühle wird um 1800 durch die Bezeichnung Finkenau abgelöst.

 

Erste urkundliche Erwähnung und Blick auf die Geschichte

  • 04.04.1418 Hans Mullner bitte um die Erlaubnis, die “Vinkenmul” zu pachten.
  • 1451 Der Abt des Klosters Saalfeld belehnt die Herren Rosenau mit der Finkenmühle (Bisher als Ersterwähnung angesehen).
  • 1507 Verkauf der Finkenmühle durch die Herren von Rosenau, die damaligen Besitzer Ahorns, damit erfolgt die Trennung vom Rittergut Ahorn.
  • 1609 Wilhelm von Streitberg kauft (für ihn das große Sandstein-Epitaph in der Ahorner Schlosskirche) die Finkenmühle und damit sind die beiden Güter wieder im Besitz einer Familie.
  • 1612 Herzog Johann Casimir macht Finkenau zum “Allod”, einen freien Eigentum.
  • 08.09.1634 Finkenau wird - wie auch Triebsdorf und Ahorn - durch kaiserliche Truppen verwüstet.

Im 18. Jahrhundert war das Rittergut im Besitz der für Coburg bedeutenden Familien Christ und Gruner. Auch die Dichter Johann Peter Uz (1756) und Jeam Paul (1804) waren dort zu Gast.

 

Im 19. Jahrhundert war Finkenau wegen ihrer idyllischen Lage als Ausflugsziel besonders unter den Studentenschaft des Gymnasium Casimirianum - sehr beliebt.

 

Erwähnenswert - im Vergleich zu den anderen Orten der Großgemeinde Ahorn - ist der in Finkenau vorhandene Bestand an historischen Gebäuden. So finden sich die Mühle, das Wirtshaus, das “Castrum” (ehemaliges Herrenhaus) hinter dem Wirtshaus, das Schloß, das Brückenzollhäuschen und der Brunnen unterhalb der Straße nach Triebsdorf.

 

Die kirchliche Zugehörigkeit war auch in Finkenau nicht konstant. So “pfarrte” Finkenau bis um das Jahr 1620 nach Ahorn. Angeblich aufgrund eines Streites zwischen den Brüdern von Streitberg, die die Rittergüter Finkenau und Ahorn besaßen, wurde Finkenau kirchlich von Ahorn abgetrennt und gehörte von da an zur Pfarrei Seidmannsdorf. Der zugrundeliegende Disput schildert der Ahorner Pfarrer Frommann 1812 wie folgt:

“ Die beyden Brüder von Streitberg kamen, wie die ältesten Männer im Dorfe mir erzählt haben, miteinander so in Verdruß, daß der hiesige, dem Finkenauer drohte, ihn zu erschiessen, wenn es auch in der Kirche wäre. Seines Lebens auch sogar in der Kirche unsicher, pfarrte sich letzterer mit seinen Leuten auf Seidmannsdorf, gab 200 fl.fränk. in dasigen Gotteskasten ...”

 

Erst mit dem Kauf des Gutes Finkenau durch Amalie von Baumbach vereinte sich der Besitz wieder und Finkenau wurde - auf Antrag Amalie von Braunbachs bzw. ihres Schwiegersohnes Ferdinand von Erffa hin - wieder nach Ahorn eingepfarrt.

 

Um die Mitte des 19. Jahrhunderts bestand der heutige Ort Finkenau aus zwei unabhängigen Gemeinden, dem Rittergut und der Ortschaft selbst. Im Laufe intensiver Verhandlungen wurden diese Gemeinden - zusammen mit Triebsdorf - im Zuge des Coburger Gemeindegesetzes 1896 mit Ahorn vereinigt.

 

(Quelle: www.ahorn.de)

 

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