Ortsteil Hohenstein

 

 

urkundliche Nennung

Schreibweise

Erklärung

Hohenstein

 

 

 

 

1306

Castrum Hoenstein

Schloß aus felsiger Höhe

 

 

 

 

 

Schloss Hohenstein

„Was Schloss Callenberg im Norden des Coburger Landes, das ist im Süden der Hohenstein!" steht in einem alten Fremdenführer. Aus der Geschichte des Schlosses ragen folgende Ereignisse heraus:

  • 1306    erstmals urkundlich erwähnt, zum Unterschied von anderen Schlössern mit gleichem Namen
  • Castrum Hoenstein in dem Grabfelde." Im Besitz der Gräfin Jutta von Henneberg.
  • 1331 wird es vom Grafen von Henneberg dem Axel von Lichtenstein zur Burghut anvertraut.
  • 1347 Tod des letzten Hennebergers Graf Heinrich.
  • 1348 überträgt dessen Witwe, ebenfalls Jutta mit Namen (Mutter der Novizin Anna im Kloster Sonnefeld), die Burghut des Schlosses, also die Verteidigung, an Iring von Redwitz. Als „Burgmann" bekommt dieser 75 Pfund Heller, kommt ein Heinrich von Lichtenstein als Ritter in Coburg und zum Hoenstein zu Wolzacb vor
  • 1456 belehnt Herzog Wilhelm zu Sachsen die Brüder Hans und Thomas von Lichtenstein mit der Burghut zu dem Hohen Steyn .
  • 1466 zerstören die Bambergischen Vasallen Kunz von Aufseß, Kunz von Streitbert, Kunz Ochs und Lamprecht von Reinhof das Schloss des Heinrich von Lichtenstein, legen es in Asche, plündern und erschlagen seine Bauern. Herzog Wilhelm bewirkte nach Verständigung mit dem Bischof von Bamberg durch ein Schiedsgericht Schadenersatz: fünf Pferde werden mit 17 Gulden, ein getöteter Ehemann mit 300, ein ermordeter Vater mit 400 Gulden „entschädigt", dazu mussten „die Kunzen" 4000 Gulden wegen Landfriedensbruchs zahlen.
  • 1525 zerstören aufrührerische Bauern aus dem Bambergischen das Schloss. Von der mittelalterlichen Burg stehen nur noch die Grundmauern. Ein Neubau wird erst 1573 unter Michael von Lichtenstein als errichtet ausgewiesen, die Brüder Wilhelm und Sebastian von Lichtenstein überfallen den Zimmermann Claus Wenkheim und seinen Sohn zu Stöppach, setzen sie gefangen und foltern sie. Sie müssen nach langem Rechtsstreit zur Strafe 600 Gulden an Wenkheim zahlen. (Der Anlass für diesen Übergriff ist nicht bekannt.)
  • 1556 Zwist des Lichtensteiners mit seinem Oberlehensherrn, dem Herzog von Sachsen. Die aufgebotenen Coburger Bürger nehmen das Schloss ein. Zum Dank bekommt jeder 5 Gulden zum Vertrinken.
  • 1568 Wilhelm von Lichtenstein wird unweit Güßbach von 9 Reitern überfallen und ermordet. Das erledigte Lehen fällt an Herzog Johann Wilhelm zu Sachsen. Der Bamberger Dompropst erwirkt bei Kaiser Maximilian II., daß Hohenstem im Besitz der Lichtensteiner bleibt, wird das Schloß von „schwedischen Völkern" total ausgeplündert.
  • 1653    Kauf durch den brandenburgischen Amtmann zu Schauenstein, Christoph von Thüna. Da er keine Söhne hat, bewirkt er bei Friedrich Wilhelm, Herzog von Altenburg, dem damaligen Landesherrn, dass es
  • 1657    Sohn- und Tochterlehen wird.
  • 1741    Verkauf an den ansbachischen Kammerjunker Adam von Schauroth für 65000 frk. Gulden, dazu 200 Dukaten Gönnergeld, einer laufenden Abgabe für erbliches Nutzungsrecht auf Grundstücke.
  • 1763    erwarb es Philipp Ernst, Freiherr von Imhoff, braunschweigischer Generalleutnant. Er und seine Nachfahren geben dem Schloss und den Parkanlagen mit seltenen Bäumen das heutige Gesicht.
  • 1921    freieigener Besitz auf Grund der Reichsverfassung.
  • 1942    Verkauf an die Deutsche Reichspost, Erholungsheim, später Altersheim der Caritas, heute Privatbesitz.                                                                                               

Quelle: Walter Schneider: Das Coburger Land; Herausgeber: Landkreis Coburg; 2. Auflage 1990, Foto: privat.

 

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