urkundliche Nennung

Schreibweise

Erklärung

Schorkendorf

 

 

 

 

1301

Schärkendorf

unsichere Schreibweise

 

1390

Schurkendorf

unsichere Schreibweise

 

1568

Schackendorf

Personename "Skorek"

 

 

 

 

Der Name Schorkendorf:

Der Name Schorkendorf bedeutet “Dorf eines Wenden Skorek”. Der Ursprung des Ortes dürfte somit auf eine slawische Ansiedlung Siedlung zurückgehen.

Die erste urkundliche Erwähnung Schorkendorfs findet sich mit dem Datum des 19. Juni 1291. Hier wird der Ort als “fromme Stiftung” an das Kloster Langheim gegeben: Den Zehnt der Bauern erhielt damit das Kloster.

 
Haus Schorkendorf mit Fahnen weiss-blau1
  Foto: privat

Um 1400 bestand Schorkendorf aus einem Hof und vier Selden (kleineren Anwesen), im Jahr 1803 - zur Zeit der Aufhebung des Klosters Langheim - auch sieben Gütern und drei Tropfhäusern, das sind Anwesen so gross, wie Tropfen vom Dach fallen können.

Gerichtlich unterstand Schorkendorf der würzburgischen Zehnt Seßlach (Zehnt ist mit Gericht identisch). Schorkendorf war zehntfrei, was vor allem bedeutet, dass Tambacher Gerichtsdiener selbst Schwerverbrecher festnehmen konnten, die sie dann an da Gericht Seßlach zu übergeben hatten (vermutlich am Zehnt- und Auslieferungsstein an der heutigen B 303 bei Siebenwind).

Zur Regelungen der Religionszugehörigkeit herrschte im “Alten Reich” - nicht nur in den Orten der Gemeinde Ahorn - der Grundsatz “cuius regio eius religio” was bedeutet, dass die Untertanen den Glauben des Landesherren anzunehmen hatten. Damit waren die Gebiete des Klosters Langheim katholisch. Kirchliche Amtshandlungen, wie vor allem Taufen, Eheschließungen und Beerdigungen, mussten von der Pfarrei Seßlach ( später Neundorf) vollzogen werden. Es ging um die Einkünfte aus diesen - mit dem heutigen Standesamt vergleichbaren - Verfahren, durch die sich der Pfarrer unter anderem finanzierte. Lebten Evangelische zum Beispiel in Schorkendorf, konnten diese - nach dem Westfälischen Frieden vom 1648 - ihren Glauben behalten, auch wenn der der Landesfürst katholisch war. Auch bestand seit 1670 ein Vertrag zwischen Würzburg und Coburg, der ihnen “Gnade” gewährte, die Gottesdienste in der Ahorner Kirche besuchen zu “dürfen”. Diese Regelung der “freiwilligen Einpfarrung” galt auch für andere Orte der heutigen Gemeinde Ahorn (Witzmannsberg, Eicha, “Weiler” Wohlbach, Triebsdorf). Taufen, Eheschließungen, Beerdigungen mussten allerdings weiterhin über die katholische Pfarrei Seßlach (später Neundorf) erfolgen.

Mit der Aufhebung des Klosters Langheim wurde Schorkendorf 1803 - wie Eicha - ein Teil Bayerns und im Rahmen der Gemeindebildung mit Eicha zur Gemeinde Schorkendorf zusammengeschlossen. Eicha war zu dieser Zeit größer (im Jahre 1801 hatte Schorkendorf 10 Häuser, Eicha jedoch 17 Häuser), die Örtlichkeiten waren aber von seiner Herrschaft zwischen Hohenstein und Tambach her gespalten. Dies gab möglicherweise den Ausschlag dafür, der gemeinsamen Gemeinde den Namen Schorkendorf zu geben.
Gemeindesigel Schorkendorf 1952
Stempelabdruck
der Gemeinde Schorkendorf
aus einer privaten Urkunde
 

Mitte der 50ger Jahre des letzten Jahrhunderts wollte Schorkendorf sich von Eicha trennen und so eine eigene Gemeinde bilden, da alle Gemeinderäte in dieser Zeit aus Eicha stammten. Die Schorkendorfer Bürger fühlten sich dadurch benachteiligt.

In den 30ger Jahren sollte sogar eine eigene Schule in Siebenwind für Eicha und Schorkendorf eingerichtet werden. Das Grundstück und das Haus war bereits gekauft. Die Umsetzung scheiterte schließlich an dem Einwand der Regierung, die die Einrichtung der Schule auf Grund gravierender Mängel ablehnte, nach denen hier die “kulturellen Anforderungen” des Dritten Reiches nicht erfüllt werden könnten. Mitte der 60ger Jahre gab es nochmals Bestrebungen, eine Schule einzurichten. Kurz danach wurden in Bayern die Konfessionsschulen abgeschafft, so dass auch dieser Versuch scheiterte.

Im Rahmen der nächsten Gebietsreform schloss sich Schorkendorf am 01. April 1971 der Gemeinde Ahorn an.

 

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